Kategorie: Familiengeschichten

Konfession: Gottgläubig

Heiratsurkunde von Hans Redecker

Auf der Heiratsurkunde meines Großonkels Hans Otto Redecker sticht ein Wort besonders ins Auge. Unter dem Punkt „Konfession“ wurde dort nicht „evangelisch“ oder „katholisch“ notiert, sondern „gottgläubig“. Was bedeutet das? Zuerst dachte ich an eine Freikirche oder Sekte. Bei der Recherche im Internet kam jedoch etwas anderes heraus: Die Bezeichnung „gottgläubig“ wurde durch Erlaß des Reichsministers des Innern vom 26. November 1936 anstelle der Ausdrücke „Dissident“ oder „konfessionslos“ offiziell in Deutschland eingeführt und zur Angabe der Religionszugehörigkeit vorgeschrieben. In öffentlichen Listen, Vordrucken und Urkunden hatten die Bürger die Wahl zwischen drei Kategorien:

  1. Angehörige einer Religions- oder Weltanschauungsgemeinschaft (also evangelisch-lutherisch, römisch-katholisch, etc.)
  2. Gottgläubige
  3. Gottlose.

Als „gottgläubig“ galt, wer sich von der Kirche als Institution abgewandt hatte aber dennoch an Gott glaubte.

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