Erinnerungsstücke - behalten oder entsorgen?

Behalten oder Entsorgen?

Soll ich das behalten oder entsorgen? Diese Frage stellt sich unzählige Male, wenn man einen Haushalt auflösen muss. In Schreibtisch- oder Küchenschubladen, in ausrangierten Schränken auf dem Dachboden oder in Kartons im Keller – im Lauf der Jahre sammeln sich in einer Wohnung oder einem Haus eine Menge Dinge an.

Die Masse an Gegenständen erscheint für denjenigen, der diese Arbeit übernehmen muss, im ersten Moment schlicht überwältigend. Wie soll man als Tochter oder Sohn am besten vorgehen, um nichts zu auszusortieren, was man später vielleicht bereut? Was jetzt an Familienandenken verschwindet, ist für nachfolgende Generationen verloren.

Nichts vorschnell in Altpapier werfen

Muss das Haus oder die Wohnung rasch leergeräumt werden, fehlt oft die Zeit, gerade den Papierkram in Ruhe durchzuschauen. Doch genau das sollte man tun: zwischen alten Rechnungen, Kochrezepten und Werbeprospekten finden sich ganz oft wichtige Dokumente und Fotos. Bei Zeitmangel darum nichts vorschnell ins Altpapier werfen, sondern die Papiere, Fotos, etc. lieber in Umzugskartons packen und zu einem späteren Zeitpunkt genauer untersuchen. Dann kann man sich in Ruhe Gedanken machen, wie man die Inhalte sortiert und archiviert. Dinge, die zusammen gehören möglichst nicht auseinanderreißen: gerade bei Unterlagen und Fotos gibt es meist ein – wenn auch auf den ersten Blick nicht erkennbares – System.

Beim Sortieren von Nachlässen lohnt es sich, die 5-Stapel-Methode anzuwenden, die ich hier genauer beschrieben habe. Tipps für das Sortieren von Unterlagen gibt es hier.

Hilfreiche Fragen

Generell beantworten kann man die Frage nach dem «Behalten» oder «Entsorgen» leider nicht. Erinnerungen, die aus simplen Gegenständen ein Familienerbstück machen, sind individuell. Ein Enkel erinnert sich, wenn er an seine Großmutter denkt, an den Vanillepudding, den es Sonntagmittag zum Nachtisch gab – kredenzt in einer schweren Kristallschüssel. So wird er sich diese als Erinnerungsstück aussuchen. Seine Schwester hat vielleicht gern mit Großmutter den Nähkasten sortiert, als sie klein war – und sucht sich diesen als Andenken aus.

Folgende Fragen können bei Entscheidung, etwas zu behalten oder wegzugeben, helfen:

  • Wie war meine Beziehung zum Verstorbenen? War sie schlecht, möchte ich sicher nicht täglich daran erinnert werden, indem ich dessen Armbanduhr aufhebe und trage oder das Kaffeeservice benutze.
  • Habe ich überhaupt den Platz, um diesen Gegenstand unterzubringen? Tante Lillys Biedermeier-Sofa ist zwar wunderschön, doch passt es auch in meine Zwei-Zimmer-Wohnung?
  • Ist dies das einzige Andenken oder gibt es noch andere? Anstatt Onkel Willys 30 Tabakpfeifen aufzuheben, tut es vielleicht auch eine einzige. Von den anderen kann man ein Foto machen, bevor man sie weggibt.
  • Ist das Andenken sehr alt und wurde vielleicht schon über mehrere Generationen weitergegeben? Ich denke hier an Dinge wie zum Beispiel Familienbibeln oder Taufkleider. Solche Gegenstände erzählen Familiengeschichte und sind nicht ersetzbar.
  • Warum hat der Verstorbene diese Dinge aufgehoben? Was bedeuteten sie für ihn? Durch die Beantwortung dieser Frage erscheinen manche Gegenstände in einem anderen Licht.

 

 

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