Familienfotos entschlüsseln

8 hilfreiche Tipps,
um alte Familienfotos
zu entschlüsseln

Alte Familienfotos sind toll. Doch leider sind sie nicht immer beschriftet. Dennoch kann man einiges tun, um die Entstehungszeit der Aufnahme einzugrenzen und so auf die Spur der abgebildeten Personen zu kommen:

  1. Ateliereinrichtung genau anschauen: Bis zum Ersten Weltkrieg ermöglichen Ausstattungsgegenstände der Fotoateliers eine grobe zeitliche Einordnung. Danach sind auf Porträts kaum noch Einrichtungsgegenstände sichtbar. Tisch und Stuhl sind von Anfang an weit verbreitet. Schreibtische, Sessel, Hocker und Chaiselongues kamen erst in den 1860er Jahren in die Ateliers. Ab 1890er Jahren bis etwa 1910 kamen Paravents in Mode.
  2. Kleidung und Frisuren betrachten: Moden sind oft sehr kurzlebig und wechseln schnell. Durch Frisuren, Hüte und Kleidung kann man die Aufnahmezeit oft recht gut eingrenzen. Dabei ist aber zu beachten, dass die Mode auf dem Land im Vergleich zur Stadt nicht so häufig und auch zeitversetzt wechselte. Auch waren Angehörige wohlhabenderer Schichten modischer gekleidet als einfache Bürger.
  3. Fotograf herausfinden: Unten auf der Vorderseite oder auf der Rückseite der Familienfotos sind häufig Name und Adresse des Fotoateliers abgedruckt. In alten Adressbüchern in Bibliotheken oder Stadtarchiven lässt sich recherchieren, zu welcher Zeit das Atelier in der Stadt ansässig war. Auch Fotografenlisten im Internet helfen bei der Suche.
  4. Foto-Rückseiten betrachten: Die Gestaltung der Foto-Rückseite von Atelierfotos sagt ebenfalls einiges über die Zeit der Aufnahme aus. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts gab es auch hier «Moden», die bei der zeitlichen Eingrenzung helfen. Die Bandbreite reicht von einfacher Namensnennung in den Anfangsjahren bis hin zu goldfarbenen Lithografien der Jugendstilzeit. Auf der Webseite www.fotorevers.eu sind über 5000 Fotorückseiten mit Informationen zu den Fotografen unzusammen getragen.
  5. Ort der Aufnahme recherchieren: Der Ort der Aufnahme kann ein Hinweis auf einen Familienzweig sein: Wenn Großmutters Schwester Louise in Köln verheiratet war, zeigen die in einem Kölner Atelier gemachten Babyfotos höchstwahrscheinlich ihre Kinder. Schwieriger wird es bei neueren Fotos, die nicht mehr in Ateliers angefertigt wurden. Hier hilft der genaue Blick auf Einrichtungsgegenstände, Autos, Häuser oder auch auf Strassenschilder im Hintergrund, um die Zeit einzugrenzen und den Ort der Aufnahme zu bestimmen.
  6. Verwandte fragen: Das nächste Familientreffen kommt bestimmt. Gerade älteren Familienmitglieder fällt beim Betrachten der Fotos oft noch ein Hinweis ein.
  7. Mit vorhandener Familiengeschichte kombinieren: Hat man den Ort der Aufnahme oder ungefähre Aufnahmezeit erkannt, kann man das Ergebnis mit der Familiengeschichte kombinieren und dem passenden Familienzweig zuordnen. Bei Gruppenaufnahmen von Familienfeiern ist vielleicht eine Person bekannt. In Kombination mit dem Stammbaum lassen sich vielleicht weitere Familienmitglieder bestimmen.
  8. Die Schwarmintelligenz nutzen: Auf Facebook gibt es beispielsweise die Gruppe «Ahnenforschung, alle Photos, Fotos, Bilder, identifizieren». Hier kann man Bilder einstellen und sich von den Mitgliedern zum Beispiel bei der Datierung oder Ortsbestimmung helfen lassen.

 

Im einem weiteren Beitrag gebe ich vier Buchtipps für Foto-Detektive. 

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